Kategoriearchiv: Wissen

WYDA

Wyda – das uralte Wissem der Druiden

Wyda wird das Yoga der Kelten genannt. Überliefert ist eine Reihe ruhiger Bewegungsübungen, die Körper, Atem und Aufmerksamkeit zusammenbringen – keine Verrenkungen, sondern langsames Schwingen im Stehen. Die Haltungen tragen Namen aus der Natur: Bär, Pferd, Hase, Hirsch – sie stehen alle in den drei Stufen.

Anders als beim indischen Yoga geht es nicht darum, eine Stellung zu halten, sondern darum, in Bewegung zu bleiben. Etwa dreißig Übungen sind beschrieben, aufgeteilt in drei Stufen. Fünfzehn Minuten am Tag genügen – gern draußen, auf ebenem Boden, mit ein paar Metern Platz. Näheres unter Wie geübt wird.

Zum Anfangen stehen weiter unten drei Übungen mit Zeichnung und Atemführung. Wer erst wissen will, worauf sie wirken, liest vorher über die drei Kraftfelder und die Druidenfaust.

Die drei Kraftfelder

Wyda ordnet den Menschen drei Bereichen zu. Jede Übung spricht einen davon an, und der Aufbau geht von unten nach oben. Zu jedem Feld gehört ein Energielaut – und je eine der drei Übungen.

Vitalfeld

Bauch und Unterleib. Das Feld der Lebenskraft – Verdauung, Kreislauf, Schlaf. Hier fängt jede Übungsreihe an.

Laut Ah · Übung Die Kraft der Natur in mir

Gefühlsfeld

Brust und oberer Bauch. Empfinden, Stimmung, das Gespür für andere. Was hier eng ist, merkt man am Atem zuerst.

Laut Oh · Übung Die Freude des Lebens in mir

Mentalfeld

Der Kopf, um die Stirn herum. Denken und Wahrnehmen. Kommt in den Übungen zuletzt dran – erst der Boden, dann das Dach.

Laut M · Übung Die Freiheit der Stille in mir

Die Druidenfaust

Die Druidenfaust: beide Hände zur lockeren Faust, die Fingerknöchel aneinander, die Daumenkuppen berühren sich

Die Handhaltung, die in vielen Übungen wiederkehrt: Beide Hände zur lockeren Faust schließen, die Fingerknöchel aneinanderlegen, die Daumenkuppen berühren sich oben. Nicht pressen – die Fäuste bleiben weich.

Sie steht am Anfang und am Ende vieler Übungen und markiert den Punkt, an dem die Bewegung zur Ruhe kommt.

Die Energielaute

Das ist der Punkt, an dem Wyda sich am deutlichsten vom indischen Yoga unterscheidet: Zur Bewegung gehört ein Laut. Er wird nicht gesungen, sondern beim Ausatmen gesummt oder ausgehaucht, so lange der Atem trägt. Jedes der drei Kraftfelder hat seinen eigenen.

Ah

zum Vitalfeld

Mund weit auf, der Kiefer sinkt von selbst – etwa zwei Finger breit zwischen den Zähnen. Die Zunge liegt flach unten. Der Ton ist tief und offen; man spürt ihn unterhalb des Nabels.

Einatmen still durch die Nase, beim Ausatmen den Laut halten, solange er ruhig trägt. Drei bis neun Atemzüge.

Oh

zum Gefühlsfeld

Lippen rund nach vorn, wie beim Pusten – die Öffnung ist kleiner als beim Ah, der Kiefer bleibt gelöst. Der Ton ist höher und sitzt in der Brust; die Hand darauf spürt ihn mitschwingen.

Einatmen still, beim Ausatmen das Oh. Drei bis neun Atemzüge.

M

zum Mentalfeld

Lippen geschlossen, Zähne leicht auseinander. Kein Ton nach außen, sondern ein Summen im Kopf: Es kribbelt an Nase und Stirn – daran merkt man, dass man richtig liegt. Wer die Lippen öffnet, haucht nur noch.

Einatmen still, beim Ausatmen summen. Drei bis neun Atemzüge.

Der Laut kommt beim Ausatmen. Eingeatmet wird still. Wer sich unsicher fühlt, fängt leise an – die Wirkung hängt nicht an der Lautstärke, sondern daran, dass man das Summen im Körper spürt.

Zu der Zuordnung: In der Quelle, aus der sie stammt, ist beim M noch einmal das Vitalfeld genannt – dann hätte ein Feld zwei Laute und eines gar keinen. Hier steht die naheliegende Lesart; wer das Übungsbuch zur Hand hat, prüft sie dort nach.

Drei Übungen zum Anfangen

Alle drei stehen aufrecht, alle drei arbeiten mit dem Atem. Bewegung und Atem gehören zusammen: Was sich öffnet, geschieht beim Einatmen, was sich senkt, beim Ausatmen. Dazu gehört jeweils ein Energielaut.

Fahr mit der Maus über eine Zeichnung – dann wird sie groß. Die Figuren bewegen sich; die Pfeile zeigen, wohin.

einatmenausatmeneinatmenausatmen

Die Kraft der Natur in mir

Aufrecht stehen, die Arme hängen locker. Beim Einatmen die Handflächen vor dem Körper zusammenführen und die Arme bis auf Schulterhöhe heben. Beim Ausatmen die Arme weit zur Seite öffnen und dabei die Hände zu lockeren Fäusten schließen. Dann die Fäuste einatmend zum Nabel führen und dort zur Druidenfaust zusammenlegen.

Wirkt auf das Vitalfeld, Laut Ah. Ein guter Anfang, weil sie den Stand ordnet.

einatmenausatmeneinatmenausatmen

Die Freude des Lebens in mir

Breiter Stand, die Füße deutlich auseinander. Beim Ausatmen die Druidenfaust vor der Brust bilden. Beim Einatmen die Arme weit auseinanderspreizen. Beim Ausatmen den Oberkörper beugen und die Handflächen zur Erde führen – und dabei ausatmen, was drückt.

Wirkt auf das Gefühlsfeld, Laut Oh. Die Beuge ist keine Dehnübung; sie darf klein bleiben.

einatmenausatmeneinatmenausatmen

Die Freiheit der Stille in mir

Aufrecht stehen, die Füße nah beieinander, die Arme hängen locker. Beim Ausatmen die Arme nach rechts führen, beim Einatmen heben und als Druidenfaust vor der Stirn zusammenlegen. Beim Ausatmen öffnen und nach links unten sinken lassen. Dreimal zu jeder Seite.

Wirkt auf das Mentalfeld, Laut M. Der Bogen soll fließen, nicht abgesetzt werden.

Der Weg in drei Stufen

Die überlieferten Übungen bauen aufeinander auf. Jede Stufe umfasst etwa zehn Wochen; erst wenn die untere trägt, kommt die nächste dazu. Die Namen stehen hier als Wegweiser – die Anleitungen dazu finden sich im Übungsbuch, das unten genannt ist.

Erste Stufe · Stärke
  • Die Ruhe finden · Erspüren der drei Kräfte
  • Stärkung von Vital-, Gefühls- und Mentalfeld
  • Bärenübung · Pferdeübung · Hasenübung · Hirschübung
  • Erste Öffnung
Zweite Stufe · Harmonie
  • Die Schwingungen aufnehmen · Beruhigung des Geistes
  • Sammlung auf jedes der drei Felder
  • Das Durchdringen der Harmonie
Dritte Stufe · Vereinigung
  • Lenkung der Energie · Die Verbindung mit dem Himmel herstellen
  • Bewegen der Wurzeln · Kontrolle der Harmonie
  • Große Lenkung: Himmel und Erde verbinden · Durchdringen der Natur

Wie geübt wird

Fünfzehn Minuten

Täglich, gern in drei Abschnitten zu fünf Minuten. Regelmäßig schlägt lang.

Draußen

Ein ruhiger Platz mit ein paar Quadratmetern ebenem Boden. Wer drinnen übt, macht das Fenster auf.

Langsam

Kein Dehnen, kein Ziehen. Die Bewegung schwingt, und der Atem gibt das Maß vor – nicht die Uhr.

Wyda ist Bewegung und Sammlung, keine Heilbehandlung. Wer krank ist oder Beschwerden hat, fragt vorher seinen Arzt.

Zum Weiterlesen

Ausführlich beschrieben ist Wyda in „Wyda – Die Kraft der Druiden. Ein ganzheitlicher Weg zu Gesundheit und Spiritualität. Übungsbuch“ von Aljoscha A. Schwarz, Ronald P. Schweppe und Wolfgang M. Pfau. Dort stehen alle rund dreißig Übungen mit Anleitung und Zeichnungen – auch die Bären-, Pferde-, Hasen- und Hirschübung.

Das Buch ist von 1989 und im Handel vergriffen; antiquarisch ist es noch zu bekommen. Wer es sucht, nimmt am besten die ISBN 978-3-7626-0375-7 – damit findet man es bei jedem Antiquariat.

Hier steht mit Absicht kein Händlerlink: Bei einem vergriffenen Buch wechseln die Angebote ständig, und ein toter Link auf einer Seite sieht schlechter aus als gar keiner.

Die Angaben auf dieser Seite stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen und sind eigenständig formuliert; die Zeichnungen sind eigens für diese Seite entstanden. Die Anleitungen und Abbildungen des Übungsbuchs sind darin nicht enthalten – sie gehören den Autoren.

Baumkraft

Ein Gang durch die Natur wirkt an sich schon heilend. Ganz speziell wirkt jedoch ein Waldspaziergang wegen der Kraft der Bäume,
die sich im Wald voll und meistens ungestört entfalten kann. Der bewusste Kontakt zu Bäumen bietet die Möglichkeit, wieder eine vertiefte Beziehung zur Erde,
zu uns selbst und zu anderen Menschen zu finden.
Das lebendige Wesen des Baumes heilt mit der Kraft, die den Baum zu dem wachsen lässt,
was er ist, seine Idee der Eigenart, des Charakters und der Individualität, die er als Einzelwesen zum
Ausdruck bringt, eingeordnet in einem arteigenem Gemeinschaftsprinzip.
So ist z.B. eine Birke nicht einfach eine Birke. Sie ist diese eine spezielle Birke und unterscheidet sich durch ihre
Eigenart und durch ihre Ausstrahlung von allen anderen Birken. Eine junge Birke, um bei diesem Beispiel zu bleiben,
zeigt sich uns in ihrem Charakter, in ihrer Eigenart und in ihrer Ausstrahlung anders als ein alte, ausgewachsene Birke.
Ebenso eine gesunde Birke und eine kranke Birke. Eine Birke, die auf gutem Boden wächst, sieht anders aus als eine Birke,
die auf einem Boden wächst, der zwar ihr Wachsen ermöglicht, jedoch nicht ganz den Bedingungen entspricht, die die Birke sich wünscht.

Lassen wir uns ein auf eine Art Zwiesprache mit einem speziellen Baum, der uns beim
Spazierengehen irgendwie als „besonders“ ins Auge fällt. Dann beginnt der Baum langsam seine Geschichte zu erzählen.
Die Natur, die Erde und damit alles, was in ihr verborgen ist, öffnen sich uns.
Zunächst zeigen sich uns die äußeren Formen und Gegebenheiten. Allmählich lernen wir, ihre Art von Sprache, die Bildsprache wieder zu verstehen.
Wir entdecken dabei, dass uns die Bildsprache im Grunde überhaupt nicht fremd ist,
im Gegenteil, sie zeigt sich uns als unsere Ursprache. Wir nehmen wahr,
wie sich alles miteinander verbunden ist und in einem gegenseitigen Austausch befindet.
Jetzt halten wir Zwiesprache mit der Natur, mit uns und darüber hinaus mit der Idee des Schöpfungsgedankens.
Diese Zwiesprache zwischen dem Baum und uns in uns selbst wird zur heilenden Kraft.
Gegenseitig werden wir zum Heiler für den Baum, so wie der Baum Heilmittel für sich und für uns ist. Es ist ein Geschenk,
das uns angeboten wird. Es wartet darauf, bis wir gelernt haben, es als Geschenk anzunehmen,
ohne es dabei als unseren Besitz zu erachten. Das ist Baumheilkunde.