Handlesen: Die Finger und die Berge

Die Beschreibung, Teil für Teil

Finger und Berge

Die Finger und die Berge darunter

Vor den Linien kommen die Finger. Die Chirologie liest an ihnen zweierlei: die Form des Fingers selbst und den BERG an seiner Wurzel – die Erhebung in der Handflaeche direkt darunter. Die Namen dieser Berge stammen aus der arabisch-griechischen Astrologie und sind seit dem Mittelalter dieselben geblieben.

Und sie sind nicht nur Beiwerk: Wo eine Linie ENDET, sagt die Deutung erst zusammen mit dem Finger darueber etwas. Eine Herzlinie, die unter dem Zeigefinger endet, wird anders gelesen als eine, die unter dem Mittelfinger aufhoert. Darum misst das Programm die Fingerpositionen – und sagt es ausdruecklich dazu, wenn es nur drei statt vier findet und die Zuordnung darum weglaesst.

Der Daumen – Venusberg

Der Ballen unter dem Daumen, den die Lebenslinie umschliesst.

Was gelesen wird. Willenskraft und Durchsetzung. Der Daumen gilt in der Chirologie als der wichtigste Finger ueberhaupt – er ist der einzige, der den anderen gegenuebersteht, und ohne ihn ist eine Hand keine Hand.

Die Form. Ein langer, kraeftiger Daumen gilt als Zeichen von Beharrlichkeit, ein kurzer als Hinweis auf Nachgiebigkeit. Wie weit er sich abspreizen laesst, wurde als Mass fuer Offenheit gelesen.

Der Berg und die Linien. Ein voller Venusberg gilt als Lebenslust und Waerme, ein flacher als Zurueckhaltung.

Der Zeigefinger – Jupiterberg

Die Erhebung zwischen Zeigefingerwurzel und Herzlinie.

Was gelesen wird. Selbstbild und Fuehrung. Was jemand von sich haelt und wie er auftritt.

Die Form. Ist der Zeigefinger so lang wie der Ringfinger oder laenger, gilt das als ausgepraegter Fuehrungsanspruch. Deutlich kuerzer gilt als Zurueckhaltung.

Der Berg und die Linien. Hier endet bei vielen Menschen die Herzlinie – und genau diese Stelle liest die Chirologie als ‚ein Bild davon, wie es sein sollte‘.

Der Mittelfinger – Saturnberg

Die Erhebung unter dem Mittelfinger, oben in der Handmitte.

Was gelesen wird. Ernst, Verantwortung, Grenzen. Der nuechterne unter den Fingern.

Die Form. Der laengste Finger in fast jeder Hand. Auffaellig lang gilt als Hang zur Schwere, auffaellig kurz als Leichtsinn.

Der Berg und die Linien. Durch diesen Berg laeuft bei den meisten Menschen die Schicksalslinie nach oben – sie wird darum auch Saturnlinie genannt.

Der Ringfinger – Apolloberg, auch Sonnenberg

Die Erhebung unter dem Ringfinger.

Was gelesen wird. Ausdruck, Gestaltung, Anerkennung. Was jemand nach aussen bringt.

Die Form. Ein Ringfinger, der laenger ist als der Zeigefinger, gilt als Hinweis auf Gestaltungsdrang.

Der Berg und die Linien. Auf diesen Berg zielt die Sonnenlinie – daher ihr Name. Sie endet dort, wenn es sie gibt.

Der kleine Finger – Merkurberg

Die Erhebung unter dem kleinen Finger, am Handrand.

Was gelesen wird. Sprache, Austausch, Verstaendigung. Merkur war der Bote.

Die Form. Ein langer kleiner Finger gilt als Sprachbegabung, ein abstehender als Eigenstaendigkeit.

Der Berg und die Linien. Hier beginnen die Liebeslinien, und hier faengt die Herzlinie an. Beides liegt am selben Berg – was erklaert, warum die Ueberlieferung sie zusammen liest.

Die drei Berge ohne Finger

Drei Berge liegen nicht unter einem Finger, und darum werden sie leicht vergessen. Im Buch von Gordons Mutter sind sie mitgezaehlt – acht Berge, nicht fuenf.

Der kleine Marsberg. Zwischen Daumenwurzel und Zeigefinger, im Zwickel, wo Kopf- und Lebenslinie beginnen. Widerstandskraft nach aussen – die Faehigkeit, sich zu behaupten, wenn etwas von aussen kommt. Ein voller kleiner Marsberg gilt als Durchsetzungsfaehigkeit, ein flacher als Konfliktscheu.

Der grosse Marsberg. Am aeusseren Handrand, unterhalb des Merkurbergs und oberhalb des Mondbergs – in der Mitte der Handkante. Widerstandskraft nach innen – Ausdauer, die Faehigkeit, etwas auszuhalten, das nicht aufhoert. Die Ueberlieferung unterscheidet die beiden Marsberge sorgfaeltig: Der eine ist der Mut anzufangen, der andere der Mut weiterzumachen.

Der Mondberg. Unten am aeusseren Handrand, gegenueber dem Daumenballen, oberhalb der Raszetten. Vorstellungskraft und das Unbewusste. Was jemand sich ausmalen kann. Ein voller Mondberg gilt als reiche Vorstellungskraft. Hier setzt auch die Intuitionslinie an, und hierhin faellt eine stark abfallende Kopflinie – was erklaert, warum beide aehnlich gelesen werden.

Vorsicht. Wie voll ein Berg ist, laesst sich auf einem Foto nicht messen – das ist eine Frage des Tastens, nicht des Sehens. Das Programm sagt darum nichts darueber. Es nennt die Berge, weil die Linien dorthin laufen und ihre Namen daher kommen.

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