Handlesen: Das Foto

Das Foto

Alles, was danach kommt, hängt an diesem einen Bild. Ein gutes Foto ist in zehn Sekunden gemacht, und es erspart das halbe Nachziehen.

Zwei brauchbare Fotos

Linke Handflu0026auml;che, flach und gut ausgeleuchtet fotografiert
Die linke Hand

Mit den Pfeilen umblättern. So sehen brauchbare Fotos aus: flach, ohne Blitz, auf dunklem Grund, die ganze Hand im Bild – vom Handgelenk bis zu den Fingerspitzen.

BILD: hand-links.jpg und hand-rechts.jpg

Licht von vorn, nicht von oben

Tageslicht am Fenster ist das Beste. Eine Deckenlampe wirft Schatten in die Handfläche, und ein Schatten sieht für das Programm genauso aus wie eine Falte. Blitz ist das Gegenteil: Er bügelt alle Linien flach.

Dunkler, ruhiger Hintergrund

Ein Holztisch, eine dunkle Jacke, eine Schieferplatte. Das Programm sucht die Hand über den Rotanteil der Haut – vor einer beigen Wand findet es die Wand.

Flach halten, Finger leicht gespreizt

Die Hand flach halten, nicht wie eine Schale. Die vier Finger leicht auseinander, damit das Programm die Täler zwischen ihnen findet – daran erkennt es, wo die Fingerwurzeln sitzen. Der Daumen darf abstehen.

Nah heran, aber ganz drauf

Die Hand soll das Bild füllen, vom Handgelenk bis zu den Fingerspitzen. Wird das Handgelenk abgeschnitten, fehlen die Raszetten. Ist die Hand zu klein im Bild, verschwinden die feinen Linien im Rauschen.

Geht das mit dem Handy?

Ja, und meistens besser als mit einer Kamera – das Handy hält man näher heran. Am einfachsten ist es, jemanden zu bitten: Selbst fotografiert man mit einer Hand immer etwas schief. Beide Hände gehen nacheinander.

Was das Programm mit dem Foto macht

Sechs Schritte, und jeder einzelne kann schiefgehen. Darum sagt das Programm hinterher, wie viele Linien es gefunden hat, statt so zu tun, als wäre alles klar.

Erstens: die Haut suchen

Haut hat mehr Rot als Grün. Wieviel mehr, hängt vom Licht ab – deshalb wird die Grenze für jedes Bild neu berechnet, statt eine feste Zahl zu nehmen. Mit einer festen Zahl galten vor einer beigen Wand einmal achtundneunzig Prozent des Bildes als Haut.

Zweitens: den grössten Fleck nehmen

Alles, was zusammenhängt, wird zu einem Stück verschmolzen. Das grösste ist die Hand. Liegen zwei Hände im Bild, werden beide gefunden und getrennt behandelt.

Drittens: den Umriss abfahren

Der Rand der Hand wird Punkt für Punkt umrundet. Dann werden die tiefen Kerben gesucht: die Täler zwischen den Fingern. Daraus ergibt sich, wo die Handfläche aufhört und die Finger anfangen.

Viertens: die Daumenseite bestimmen

Der Daumen sitzt weiter unten und steht weiter ab als die Finger. Daran entscheidet sich, ob es eine linke oder eine rechte Hand ist – und damit, an welchem Ende die Herzlinie anfängt. Liegt das falsch herum, liegt alles falsch herum.

Fünftens: die Falten hervorholen

Rotes Licht dringt am tiefsten in die Haut ein und kommt diffus zurück; grünes wird oberflächlicher gestreut. Die Differenz der beiden Farbkanäle zeigt Falten darum deutlicher als das graue Bild. Das ist kein Kniff, sondern Optik.

Sechstens: den Linien folgen

Von einem Startpunkt aus wird Schritt für Schritt der Weg gesucht, der am meisten Falte unter sich hat und dabei nicht wild herumspringt. Gesucht wird nicht der beste nächste Punkt, sondern der beste gesamte Weg.

Warum das Programm manchmal danebenliegt

Eine gefundene Falte heisst nur: hier ist eine Falte. Nicht: das ist die richtige. Eine Hand hat Dutzende Falten, und die Herzlinie ist nicht die tiefste. Wenn eine Linie erkennbar falsch liegt, ziehst du sie zurecht – das ist keine Notlösung, sondern der normale Weg.

Hinter jeder Linie, die nicht sicher gefunden wurde, steht ein Fragezeichen. Dahinter liegt eine Zeichnung genau dieser Linie und die Beschreibung, wo sie verläuft.

Linien selbst zurechtrücken

Das Programm findet je nach Foto fünf bis acht Linien sicher. Der Rest ist Handarbeit – und das ist kein Mangel, sondern der normale Weg. Eine gefundene Falte heisst nur: hier ist eine Falte. Nicht: das ist die richtige.

Wo das geht

Auf das eigene Handfoto tippen, dann geht die Lupe auf: das Foto gross, mit allen acht Linien darauf. Unten stehen die Namen der Linien als Knöpfe. Ein Haken heisst: sitzt. Ein Fragezeichen heisst: das Programm ist sich nicht sicher.

Die zwei Regler neben dem Bild

Links das Lupenzeichen holt das Bild heran, bis zum Vierfachen. Ohne das sieht man die feinen Linien auf einem Telefon nicht.

Rechts der Doppelpfeil schiebt den Ausschnitt hoch und runter – wie ein Rollbalken. Er wird erst benutzbar, wenn das Bild herangeholt ist; vorher gibt es nichts zu schieben.

Waagerecht zielt die Lupe von selbst auf die Linie, um die es gerade geht. Sonst hätte man bei vierfacher Vergrösserung nur Handfläche vor sich, während die Liebeslinien am Rand liegen.

Das Bild verschieben

Ist das Bild herangeholt, kann man es auch direkt anfassen und schieben – in alle vier Richtungen, wie eine Landkarte. Dieselbe Geste hat dabei zwei Bedeutungen, und das Ziel entscheidet: Wer einen weißen Punkt trifft, zieht die Linie. Wer daneben fasst, schiebt das Bild.

Eine Linie zurechtrücken

Auf jeder gewählten Linie sitzen sieben weiße Punkte. Einen davon greifen und ziehen, und die Linie folgt – die Nachbarpunkte wandern gedämpft mit, damit kein Zacken entsteht. Sieben sind es, weil die Faltensuche achtundvierzig Punkte liefert: gut für den Verlauf, unmöglich zum Anfassen.

Wenn du nicht weisst, wo die Linie hingehört

Neben jeder unklaren Linie steht ein ?. Dahinter liegt eine Zeichnung genau dieser Linie und die Beschreibung, wo sie verläuft. Und wenn du sie trotzdem nicht findest: dann lass sie liegen. Eine Linie, die nicht da ist, ist auch ein Befund.

Mehrere Linien

Bei den Liebeslinien und den Raszetten fragt das Programm, wie viele du hast: eine, zwei oder drei. Nach dem Klick liegen sofort so viele einzelne Züge da, jeder mit eigenen Punkten zum Ziehen.

Und wenn du keine Lust mehr hast

Der Knopf Abbrechen unten räumt alles weg – Foto, Linien, Messwerte. Ohne Nachfrage: Wer abbricht, will nicht noch gefragt werden.

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