Handlesen: Die acht Hauptlinien

Die Beschreibung, Teil für Teil

Die acht Linien

Die acht Hauptlinien

Drei davon hat fast jede Hand: Herz-, Kopf- und Lebenslinie. Die anderen fünf sind bei dem einen deutlich, bei dem anderen gar nicht da. Beides ist gewöhnlich.

Diese acht wertet das Programm aus. Die sechs Nebenlinien aus den Büchern stehen auf einer eigenen Seite.

Alle acht Linien in einer Handflu0026auml;che

Alle acht auf einmal.

Jede einzeln

Die Herzlinie in der Handflu0026auml;che
Die Herzlinie

Mit den Pfeilen durchblättern. Beim Darüberfahren zieht die Zeichnung im Rahmen heran.

Die Herzlinie

Die Herzlinie in der Handflu0026auml;che

Wo sie läuft. Sie läuft quer über den oberen Teil der Handfläche, vom Rand unter dem kleinen Finger nach innen und oben. Sie ist die oberste der drei grossen Querlinien.

Worum es geht. Die Herzlinie beschreibt in der Chirologie das Gefühlsleben — nicht, wen jemand liebt, sondern WIE er fühlt und wie viel davon nach aussen dringt. Sie sagt nichts über Partner und nichts über die Zukunft. Sie beschreibt eine Art, nicht ein Ereignis. Das ist der Unterschied zwischen Chirologie und Wahrsagerei, und er gilt für jede Linie in diesem Buch.

Worauf geachtet wird. Wo sie endet, wie tief sie ist, ob sie gerade verläuft oder sich verzweigt.

Die Kopflinie

Die Kopflinie in der Handflu0026auml;che

Wo sie läuft. Sie beginnt am Rand zwischen Daumen und Zeigefinger, meist gemeinsam mit der Lebenslinie, und läuft quer über die Handfläche nach aussen.

Worum es geht. Die Kopflinie beschreibt die Art zu denken: ob jemand in geraden Bahnen vorgeht oder in Bildern, ob er schnell entscheidet oder lange abwägt. Sie sagt NICHTS über Begabung oder Intelligenz. Eine kurze Kopflinie ist kein kurzer Verstand — sie ist eine andere Arbeitsweise. Das wird oft falsch weitergegeben, und es ist der häufigste Irrtum über diese Linie.

Worauf geachtet wird. Wie lang sie ist, ob sie fällt oder waagerecht bleibt, und ob sie am Anfang mit der Lebenslinie verbunden ist.

Die Lebenslinie

Die Lebenslinie in der Handflu0026auml;che

Wo sie läuft. Sie beginnt zwischen Daumen und Zeigefinger und zieht im Bogen um den Daumenballen herum zum Handgelenk.

Worum es geht. Dies ist die am meisten missverstandene Linie überhaupt. Sie sagt NICHT, wie lange jemand lebt. Eine kurze Lebenslinie bedeutet kein kurzes Leben, und eine Unterbrechung bedeutet keinen Unfall. Was sie in der Chirologie beschreibt, ist die Lebenskraft: wie belastbar jemand ist, wie er sich erholt, wie fest er im eigenen Leben steht. Und wie weit sie um den Daumenballen ausholt, sagt etwas darüber, wie viel Raum jemand braucht. Wer etwas anderes daraus liest, macht aus einer Beschreibung eine Vorhersage — und genau davor warnt jede ernsthafte Handanalyse.

Worauf geachtet wird. Wie weit sie ausholt, wie kräftig sie gezogen ist, ob sie Nebenlinien hat.

Die Schicksalslinie

Die Schicksalslinie in der Handflu0026auml;che

Wo sie läuft. Sie läuft senkrecht, vom Handgelenk oder aus der Mitte der Handfläche nach oben zum Mittelfinger. Sie fehlt bei vielen Menschen ganz.

Worum es geht. Der Name führt in die Irre. Es geht nicht um ein Schicksal, das feststeht, sondern um den roten Faden: ob jemand einen Weg verfolgt, und wie früh er ihn gefunden hat. Dass sie fehlt, ist weder selten noch schlecht. Es beschreibt eher jemanden, der sein Leben in Abschnitten führt statt entlang einer Linie — und das ist heute häufiger als früher.

Worauf geachtet wird. Wo sie beginnt, ob sie durchläuft, und ob sie unterwegs die Richtung ändert.

Die Sonnenlinie

Die Sonnenlinie in der Handflu0026auml;che

Wo sie läuft. Eine senkrechte Linie unter dem Ringfinger, meist kurz, oft nur im oberen Drittel der Hand. Auch Apollolinie genannt.

Worum es geht. Sie beschreibt das, was einem Menschen von selbst zufliegt — eine Begabung, ein Auftreten, etwas, wofür andere ihn wahrnehmen. In älteren Büchern heisst sie Glückslinie, und das ist zu viel versprochen. Sie sagt nicht, dass jemand Glück hat, sondern dass er etwas hat, das leuchtet.

Worauf geachtet wird. Ob sie da ist, wie lang, und ob sie klar gezogen oder zerfasert ist.

Der Venusring

Der Venusring in der Handflu0026auml;che

Wo sie läuft. Ein Bogen über der Herzlinie, der sich zwischen Zeige- und Mittelfinger und zwischen Ring- und kleinem Finger einhängt. Oft nur in Teilen vorhanden.

Worum es geht. Der Venusring gilt als Zeichen feiner Wahrnehmung: Jemand bemerkt Stimmungen, bevor sie ausgesprochen sind. Die Chirologie nennt aber auch die Kehrseite, und das gehört dazu: Wer viel wahrnimmt, nimmt auch viel auf, was ihn nichts angeht. Ein durchgezogener Venusring gilt deshalb als anspruchsvoll für den, der ihn hat.

Worauf geachtet wird. Ob er ganz durchläuft, unterbrochen ist oder nur angedeutet.

Die Liebeslinien

Die Liebeslinien in der Handflu0026auml;che

Wo sie läuft. Kurze waagerechte Linien am äusseren Handrand, zwischen dem kleinen Finger und der Herzlinie. Auch Ehelinien oder Beziehungslinien genannt.

Worum es geht. Die alte Deutung lautet: Man zählt sie und weiss, wie oft jemand heiratet. Das hält keiner Prüfung stand, und in der heutigen Chirologie wird es nicht mehr so gelesen. Was bleibt, ist vorsichtiger: Sie beschreiben, welche Bindungen jemanden geprägt haben — nicht wie viele es waren und nicht, wie sie ausgingen. Eine kräftige Linie steht für eine Verbindung, die etwas verändert hat. Das kann eine Ehe sein und muss es nicht.

Worauf geachtet wird. Wie kräftig sie sind, nicht wie viele.

Die Raszetten

Die Raszetten in der Handflu0026auml;che

Wo sie läuft. Die ein bis drei waagerechten Linien, die quer über das Handgelenk laufen, gleich unter dem Handballen.

Worum es geht. Sie sind die Linien, die am wenigsten mit Deutung befrachtet sind — und die einzigen, die zum Teil eine körperliche Grundlage haben: Es sind die Beugefalten des Handgelenks. In der Überlieferung steht jeder Ring für einen Lebensabschnitt, und drei klare Ringe galten als gutes Zeichen. Das ist Volksglaube und nicht mehr. Eines ist allerdings alt und richtig beobachtet: Bei manchen Menschen wölbt sich der oberste Ring nach oben in die Handfläche hinein. Hebammen haben das früher beachtet — es kann auf einen schmalen Beckenbau hindeuten. Ob daran etwas ist, gehört zur Medizin und nicht hierher; erwähnt sei es, weil es die einzige Stelle der Chirologie ist, an der eine solche Beobachtung überhaupt einmal gemacht wurde.

Worauf geachtet wird. Wie viele es sind und wie klar sie gezogen sind.

Was an einer Linie gemessen wird

Sechs Grössen, und alle sind Verhältnisse – keine Zentimeter. Eine grosse und eine kleine Hand bekommen dieselbe Auswertung, weil gemessen wird, wie lang eine Linie im Verhältnis zur Handbreite ist.

Die Länge

Der abgelaufene Weg der Linie, geteilt durch die Breite der Handfläche. Bei der Kopflinie entscheidet sie zwischen kurz, mittellang und sehr lang.

Der Bogen

Wie weit die Linie von der geraden Verbindung ihrer beiden Enden abweicht, an der weitesten Stelle. Eine Lebenslinie mit grossem Bogen holt weit aus und lässt den Daumenballen gross erscheinen.

Die Neigung

Nur bei der Kopflinie: der Höhenunterschied zwischen Anfang und Ende im Verhältnis zur waagerechten Strecke. Sie entscheidet zwischen waagerecht und zum Handrand hin abfallend.

Die Tiefe

Wie stark sich die Falte vom umliegenden Gewebe abhebt, gemittelt über ihren ganzen Verlauf. Daraus wird fein gezeichnet, deutlich oder kräftig eingegraben.

Unterbrechungen

Stellen, an denen die Falte abreisst und danach wieder anfängt. Gezählt wird erst nach dem ersten und vor dem letzten Achtel – die Enden fransen fast immer aus, und das ist keine Unterbrechung.

Inseln

Stellen, an denen die Linie sich teilt und kurz darauf wieder zusammenläuft. Auf dem Foto sind das zwei parallele Falten dicht nebeneinander.

Was ausdrücklich nicht gemeldet wird

„Gekettet“ – also aus vielen kleinen Strichen bestehend – steht in vielen Büchern. Das Programm sagt es trotzdem nicht. Bei zwei Händen und vierzehn Linien lagen die Messwerte in einem durchgehenden Übergang, ohne jede Lücke. Es gibt darin keine Grenze, die sich begründen liesse – jede wäre geraten. Lieber nichts sagen als etwas behaupten.

Und was bei mehreren Linien anders ist

Liebeslinien und Raszetten sind von Natur aus mehrere. Der Abstand zwischen zwei Raszetten ist keine Unterbrechung – er ist genau das, was sie zu getrennten Ringen macht. Bei diesen beiden wird darum über Anfang, Ende und Lücken geschwiegen und stattdessen gezählt, wie viele es sind. Du kannst selbst angeben, ob du eine, zwei oder drei hast.

Was mit was zusammenhängt

Eine einzelne Linie sagt weniger als zwei, die sich berühren. Diese Beziehungen kann das Programm messen, weil es alle acht Linien gleichzeitig vor sich hat.

Kopflinie und Lebenslinie am Anfang

Beide beginnen am Rand der Handfläche zwischen Daumen und Zeigefinger. Gemessen wird der Abstand ihrer Anfangspunkte, wieder im Verhältnis zur Handbreite. Liegt er unter zwölf Prozent, gelten sie als verbunden.

Das ist die häufigste Form, und die Chirologie liest sie als Vorsicht: erst nachdenken, dann handeln. Getrennte Anfänge gelten als das Gegenteil – früh selbstständig, weniger Rücksicht auf das, was erwartet wird.

Wo die Schicksalslinie anfängt

Drei Möglichkeiten, und das Programm entscheidet in dieser Reihenfolge. Liegt ihr unteres Ende dicht an der Lebenslinie, näher als sieben Prozent der Handbreite, dann beginnt sie dort. Sonst: Liegt es im unteren Viertel der Hand, beginnt sie am Handgelenk. Sonst beginnt sie in der Handmitte.

Diese drei Anfänge lesen sich verschieden. An der Lebenslinie: Der Antrieb kam aus eigener Anstrengung. Am Handgelenk: früh eine Richtung. In der Mitte: Der Weg fand sich später.

Kreuzungspunkte

Jedes Paar von Linien wird gegeneinander geprüft, Abschnitt für Abschnitt. Wo sich zwei schneiden, wird der Punkt notiert – aber jedes Paar nur einmal, auch wenn sie sich mehrfach kreuzen. In den meisten Händen kreuzen sich Kopf- und Lebenslinie am Anfang, und die Schicksalslinie kreuzt unterwegs beide.

Herzlinie und Venusring

Der Venusring läuft oberhalb der Herzlinie als Bogen von Zeige- zu kleinem Finger. Beide beschreiben das Empfinden, aber von verschiedenen Seiten: Die Herzlinie sagt, wieviel davon nach aussen dringt, der Venusring, wie fein die Antennen sind. Eine gerade Herzlinie mit durchgezogenem Venusring ist etwas anderes als eine geschwungene ohne.

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