Handlesen: Linke und rechte Hand

Die Beschreibung, Teil für Teil

Beide Hände

Die eine Hand und die andere

Eine Hand allein ist eine halbe Auskunft. Die Chirologie liest den UNTERSCHIED zwischen beiden als das eigentliche Thema: Was war angelegt, und was ist daraus geworden?

Die Anlagehand – Was du mitbringst

Auch genannt: Erbhand, passive Hand, ruhende Hand

Die Hand, mit der man nicht schreibt. Die Chirologie liest sie als das Mitgebrachte: Anlagen, Neigungen, was da war, bevor irgendetwas daraus wurde. Sie gilt als die ruhigere der beiden – sie veraendert sich langsamer, weil sie weniger benutzt wird.

Warum das so gelesen wird. Der Gedanke dahinter ist kein mystischer, sondern ein einfacher: Die Hand, die greift, schreibt, arbeitet und haelt, ist staerker beansprucht. Was sich an ihr zeigt, hat mit dem zu tun, was man tut. Die andere zeigt, was ohne dieses Zutun da ist.

Vorsicht. Mitgebracht heisst nicht festgelegt. Die Anlagehand beschreibt einen Ausgangspunkt, keinen Bestimmungsort.

Die Entwicklungshand – Was du daraus gemacht hast

Auch genannt: Lebenshand, aktive Hand, Schreibhand

Die Hand, mit der man schreibt. Sie gilt als die bewusste: Sie zeigt, was aus den Anlagen geworden ist, was man entschieden, geuebt, gelassen hat. Von den beiden ist sie die, die sich im Lauf eines Lebens mehr veraendert.

Warum das so gelesen wird. Dass Handlinien sich ueberhaupt veraendern koennen, ist keine Behauptung der Chirologie allein – die Haut arbeitet, und wie eine Hand benutzt wird, zeichnet sich in ihr ab. Die drei grossen Beugefalten entstehen zwar vor der Geburt, aber die feineren Linien tun das nicht.

Vorsicht. Die Entwicklungshand sagt nichts darueber, ob eine Entwicklung gut war. Sie zeigt, dass eine stattgefunden hat.

Welche ist welche?

Es geht nicht um links und rechts, sondern um schreibend und nicht schreibend. Bei einem Rechtshaender ist die rechte die Entwicklungshand und die linke die Anlagehand. Bei einem Linkshaender ist es umgekehrt.

Manche Buecher und manche Schulen ordnen es genau andersherum zu, und einige gehen strikt nach links und rechts statt nach der Schreibhand. Es gibt darin keine Einigkeit, und es hat auch nie eine gegeben. Wer mit einer Auswertung arbeitet, sollte darum wissen, welche Zuordnung sie benutzt – darum steht sie hier und laesst sich umstellen.

Wichtiger als die Zuordnung ist ohnehin der Vergleich. Wo beide Haende dasselbe zeigen, ist die Aussage die gleiche, egal wie man sie nennt. Interessant wird es dort, wo sie sich unterscheiden.

Beide fotografieren

Linke Handflu0026auml;che
Die linke Hand

Nacheinander, mit derselben Beleuchtung und aus demselben Abstand. Zwei Fotos bei verschiedenem Licht lassen sich schlecht vergleichen – die eine Hand hätte dann tiefere Linien als die andere, nur wegen der Lampe.

Was der Unterschied bedeutet

Beide Haende fast gleich. Anlage und Entwicklung liegen nah beieinander. Gelesen wird das als Bestaendigkeit – jemand ist im Grossen und Ganzen der geblieben, als der er angefangen hat. Das ist weder gut noch schlecht; es ist eine Beschreibung.

Beide Haende deutlich verschieden. Zwischen dem Mitgebrachten und dem Gewordenen liegt Bewegung. Die Chirologie liest das als ein Leben, in dem etwas umgeformt wurde – durch Entscheidungen, durch Umstaende, durch Uebung. Auch das ist eine Beschreibung und kein Urteil.

Und eine Frage, die man leicht vergisst: In WELCHE Richtung geht der Unterschied? Eine Linie, die in der Entwicklungshand laenger, tiefer oder klarer ist als in der Anlagehand, gilt als ausgebaut. Eine, die dort schwaecher ist, gilt als weniger benutzt.

Jede Linie in beiden Händen

Dieselbe Linie sagt in der Anlagehand etwas anderes als in der Entwicklungshand – und der Vergleich der beiden sagt noch einmal etwas Drittes.

Die Herzlinie

Die Herzlinie in der Handflu0026auml;che

In der Anlagehand. Wie jemand von Haus aus fuehlt – wie fein die Wahrnehmung ist und wieviel davon von selbst nach aussen will.

In der Entwicklungshand. Was daraus geworden ist: ob jemand gelernt hat, Gefuehle zu zeigen, oder ob er sie mit der Zeit mehr bei sich behaelt.

Wenn beide sich unterscheiden. In der Entwicklungshand deutlicher als in der Anlagehand: Jemand hat sich das Zeigen angeeignet. Schwaecher: Es ist stiller geworden.

Die Kopflinie

Die Kopflinie in der Handflu0026auml;che

In der Anlagehand. Die mitgebrachte Art zu denken – eher in ueberschaubaren Schritten oder eher weit ausholend, eher am Naechstliegenden oder eher in Bildern.

In der Entwicklungshand. Wie diese Art benutzt wurde. Ein Beruf, der eine bestimmte Art des Denkens verlangt, zeichnet sich nach dieser Lesart hier ab.

Wenn beide sich unterscheiden. Ein deutlicher Unterschied gilt als Hinweis darauf, dass jemand anders denken gelernt hat, als es ihm zugefallen waere.

Die Lebenslinie

Die Lebenslinie in der Handflu0026auml;che

In der Anlagehand. Die mitgebrachte Vitalitaet und wie viel Raum jemand von Natur aus braucht.

In der Entwicklungshand. Wie mit dieser Kraft umgegangen wurde. Auch hier gilt: nichts ueber die Lebensdauer, weder in der einen noch in der anderen Hand.

Wenn beide sich unterscheiden. Ein weiterer Bogen in der Entwicklungshand gilt als groesser gewordener Bewegungsraum, ein engerer als zusammengezogener.

Die Schicksalslinie

Die Schicksalslinie in der Handflu0026auml;che

In der Anlagehand. Ob ein roter Faden mitgegeben war – eine Richtung, die von Anfang an angelegt schien.

In der Entwicklungshand. Der Weg, der tatsaechlich gegangen wurde. Sie ist die Linie, die sich zwischen den Haenden am haeufigsten unterscheidet.

Wenn beide sich unterscheiden. Nur in der Entwicklungshand vorhanden: Der Weg wurde selbst gemacht. Nur in der Anlagehand: Eine Richtung war da, ist aber nicht verfolgt worden. In beiden gleich: Anlage und Weg fielen zusammen.

Die Sonnenlinie

Die Sonnenlinie in der Handflu0026auml;che

In der Anlagehand. Eine mitgebrachte Begabung – etwas, das leichtfaellt, ohne dass man es sich erarbeitet haette.

In der Entwicklungshand. Ob daraus etwas gemacht wurde. Eine Sonnenlinie, die nur in der Entwicklungshand steht, gilt als erarbeitete Faehigkeit.

Wenn beide sich unterscheiden. Fehlt sie in beiden Haenden, ist das kein Mangel – sie fehlt in sehr vielen Haenden.

Der Venusring

Der Venusring in der Handflu0026auml;che

In der Anlagehand. Wie fein die Antennen von Haus aus sind.

In der Entwicklungshand. Ob jemand gelernt hat, damit umzugehen – die Chirologie liest einen unterbrochenen Venusring in der Entwicklungshand als gefundenes Mass.

Wenn beide sich unterscheiden. Durchgezogen in der Anlagehand, unterbrochen in der Entwicklungshand: Aus einer starken Empfindsamkeit ist ein Umgang damit geworden.

Die Liebeslinien

Die Liebeslinien in der Handflu0026auml;che

In der Anlagehand. Wie jemand von sich aus bindet – wie tief und wie ausschliesslich.

In der Entwicklungshand. Wie sich das gelebt hat. Gezaehlt wird auch hier nicht: Die Zahl der Striche sagt nichts ueber die Zahl der Beziehungen.

Wenn beide sich unterscheiden. Ein Unterschied gilt als Hinweis darauf, dass sich die Art zu binden veraendert hat – nicht darauf, wie oft jemand gebunden war.

Die Raszetten

Die Raszetten in der Handflu0026auml;che

In der Anlagehand. Die Ringe am Handgelenk galten als Zeichen der Grundkonstitution.

In der Entwicklungshand. Sie veraendern sich kaum und unterscheiden sich zwischen den Haenden selten. Wo sie es tun, liest die Chirologie es als Hinweis auf eine koerperliche Belastung – und genau hier ist Vorsicht geboten: Das ist eine Ueberlieferung, keine Diagnose.

Wenn beide sich unterscheiden. Drei klare Ringe in beiden Haenden galten frueher als das beste Zeichen ueberhaupt. Mehr steht darueber nicht fest.

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